U21 – Deutsche Meisterschaft in Potsdam
Veröffentlicht am 9. März 2026Nach dem mitreißenden Auftakt der U18-DM in Leipzig folgte direkt das nächste große Highlight: Am 7. und 8. März kämpften in der MBS Arena in Potsdam die besten U21-Judoka Deutschlands um die begehrten Titel der Deutschen Meisterschaft.
An diesem Wochenende wurde die Arena zum Zentrum des deutschen Nachwuchsjudo. Der Ausrichter UJKC Potsdam begrüßte zahlreiche Athletinnen und Athleten, Trainer, Betreuer und Fans vor Ort und am Livestream. Nach dem begeisternden Auftakt der U18 richtete sich der Blick nun auf die nächste Generation der Leistungsträger im deutschen Judo – viele von ihnen haben bereits international auf sich aufmerksam gemacht.
Insgesamt gingen 362 Judoka auf die Matte, darunter 172 Frauen und 189 Männer. Die größten Teilnehmerfelder stellten bei den Frauen und Männern die Landesverbände aus Nordrhein-Westfalen.
Mitten in diesem hochklassigen Teilnehmerfeld standen auch unsere fünf PSV-Fighter, die mit Mut, Leidenschaft und großem Kampfgeist an den Start gingen.
Am Samstag eröffneten Finley Bischoff (-81 kg) und Lindsay Koar (-57 kg) das Turnier für unseren Verein.
Finley hatte es direkt mit starker Konkurrenz zu tun. Besonders der erste Kampf gegen den späteren Poolfinalisten war äußerst knapp und wurde nur mit einem Yuko gegen ihn entschieden. Die zweite Begegnung sorgte bei vielen Zuschauern für großes Unverständnis: Finley führte mit einem Waza-ari und setzte anschließend einen blitzsauberen Ippon. Doch nach der Videoüberprüfung wurde ihm der Sieg aberkannt und sein Gegner wurde zum Sieger erklärt. Eine bittere Entscheidung – doch manchmal gehört auch das zum Sport.
Auch Lindsay musste nach einer Auftaktniederlage den schweren Weg über die Trostrunde gehen – gegen die spätere Fünftplatzierte. Doch sie zeigte großen Kampfgeist und gewann drei intensive Begegnungen. Im fünften Kampf gegen die spätere Drittplatzierte musste sie sich nochmals geschlagen geben und wurde 9.
Am Sonntag gingen unsere nächsten Kämpfer auf die Matte.
Oliver Bönisch (-60 kg) erwischte leider keinen guten Start und verlor beide Begegnungen. Man sah ihm deutlich an, wie sehr ihn das Ergebnis schmerzte – ein Zeichen dafür, wie viel Leidenschaft und Siegeswillen in diesem Kämpfer steckt.
Rubin Wittsack (-60 kg), als jüngster Jahrgang und bereits Teilnehmer der U18-Deutschen Meisterschaft, stellte sich mutig der starken Konkurrenz. Auch wenn er zwei Kämpfe verlor, konnte er einen klaren Sieg einfahren und wichtige Erfahrungen auf diesem hohen Niveau sammeln.
Für das sportliche Highlight aus PSV-Sicht sorgte einmal mehr Lenny Seifert (-66 kg).
Unser Bundeswehrsoldat in Ausbildung zeigte erneut, dass mit ihm deutschlandweit immer zu rechnen ist. Mit drei starken Siegen sicherte er sich den Poolsieg. Erst im Halbfinale gegen den späteren Deutschen Meister musste er sich geschlagen geben. Im Kampf um Bronze lag nach einem lange ausgeglichen geführten Duell noch alles offen.
Doch 30 Sekunden vor Kampfende geriet Lenny mit einem Yuko auf Grund einer kleinen Unachtsamkeit in den Rückstand, den er trotz großem Kampfgeist nicht mehr aufholen konnte.
Doch eines bleibt beeindruckend beim Dauerbrenner:
Seit sechs Jahren steht Lenny bei jeder Deutschen Meisterschaft auf der Matte – und keine seiner Platzierungen war schlechter als Rang fünf.
U18:
2021 – 2. Platz
2022 – 5. Platz
2023 – 3. Platz
U21:
2024 – 5. Platz
2025 – 3. Platz
2026 – 5. Platz
Eine außergewöhnliche Konstanz auf höchstem Niveau.
Lenny, als dein Trainer ziehe ich meinen Hut vor dir.
Du hast über Jahre hinweg mit Disziplin, Ehrgeiz und Leidenschaft unseren Verein vertreten und gezeigt, was mit harter Arbeit möglich ist. Für deinen neuen Lebensabschnitt wünschen wir dir von Herzen alles Gute und weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg.
Aber auch unseren anderen vier Kämpfern gilt großer Respekt.
Ihr habt euch der starken nationalen Konkurrenz gestellt, gekämpft, gelitten und alles gegeben.
Und genau das ist Judo.
Hinfallen. Aufstehen. Weitermachen.
Ihr habt gezeigt, dass der PSV nicht nur landesweit, sondern auch auf Bundesebene mitkämpft.
Darauf können wir als Verein unglaublich stolz sein.
Danke, dass ihr unsere PSV-Fahne mit Herz, Stolz und Leidenschaft in ganz Deutschland hochhaltet.
Ludwig Baumann